Membra Jesu nostri von Dietrich Buxtehude - die vielleicht großartigste Komposition zur Passion vor Bach

So. 15.03.2026 18:00 Uhr
St. Johannes, Rudolf-Kinau-Straße 19, DE-22926 Ahrensburg

Leidend, herb, süßlich, bisweilen meditativ - bewegende Musik schuf Dietrich Buxtehude 1680 mit diesem Zyklus von Passionskantaten. Buxtehude war zu diesem Zeitpunkt bereits 12 Jahre Organist an St. Marien in Lübeck und ein echtes Schwergewicht unter den Komponisten und Musikern in Norddeutschland und ganz Nordeuropa. Bachs bekannte Pilgerreise nach Lübeck spricht für sich…

Nicht nur in Buxtehudes großem Schaffen - allein rund 100 Kantaten sind überliefert – nimmt dieses Werk ein absolute Sonderstellung ein, auch sonst sind derartige Zyklen etwas ganz Außergewöhnliches. Normalerweise wurden ein oder zwei solcher geistlichen Konzerte im Gottesdienst musiziert, kirchliche Konzerte sind in dieser Zeit nicht üblich. Selbst die berühmten, von seinem Schwiegervater Franz Tunder eingeführten, Abendmusiken in der Lübecker Marienkirche beinhalteten ursprünglich nur Orgelmusik. Dass die sieben Kantaten in „Membra Jesu nostri“ als Ganzes aufgeführt werden sollen, lässt sich einerseits aus den Einzeichnungen in der autographen Partitur ersehen, andererseits zeigt es auch die Bedeutung, die Buxtehude der Komposition selbst beimaß. Vermutlich schrieb Buxtehude diesen Zyklus im Auftrag des schwedischen Königshofs.

Die überwiegende Textbasis dieses Werks („Die allerheiligsten Gliedmaßen unseres leidenden Jesus“) stammt aus einer mittelalterlichen Dichtung des Zisterziensermönchs Arnulf von Löwen und wurde von Buxtehude eigenhändig mit Bibelversen kombiniert. Die Art dieser mystischen Andachtsdichtung erscheint uns heute fremd, war in der frühen Barockzeit aber außerordentlich beliebt. In sieben Abschnitten werden die Gliedmaßen des gekreuzigten Christus allegorisch gedeutet und dem Betenden zum Mit-Erleiden vor Augen und Ohren geführt.

Buxtehudes grandiose Musik bringt es fertig, dass dieses Passionsoratorium den heutigen Zuhörer trotzdem nicht nur erreicht, sondern nach wie vor tief berührt. Die relativ kleine Orchesterbesetzung verstärkt den eher intimen Charakter, leidende Dissonanzen und milde Klänge treten deutlich hervor. Umso stärker beeindrucken die wenigen großen Ausbrüche der Musik.

In diesem Konzert am Sonntag, den 15. März um 18 Uhr in der St. Johanneskirche musizieren neben dem international renommierten Ensemble Hamburger Ratsmusik auf historischen Instrumenten, die Solisten Emma Berglund (Sopran), Paula Rein (Alt), Christian Volkmann (Tenor) und Carsten Krüger, sowie die Kantorei St. Johannes unter der Leitung von Edzard Burchards. Eintrittskarten zu 15 € (Kinder, Jugendliche freier Eintritt) sind im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich.

Kommen Sie und erleben Sie diese vielleicht großartigste Komposition zur Passion vor Bach!

Datum So. 15.03.2026 18:00 Uhr
Ort St. Johannes, Rudolf-Kinau-Straße 19, DE-22926 Ahrensburg
Veranstaltungsart Präsenzveranstaltung
Preis

15 €

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Abendkasse

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Veranstalter

Ahrensburg
Am Alten Markt 7
DE - 22926 Ahrensburg

+49 4102 52584
kirchenbuero@kirche-ahrensburg.de
www.kirche-ahrensburg.de

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